Eine internationale Begegnung nachbereiten

Mit der Abreise am Ende der Begegnung ist euer Projekt noch nicht vorbei. Eine sorgfältige Nachbereitung rundet die Begegnung ab. Die Nachbereitung umfasst zum einen die finanzielle Abrechnung für den Zuschussgeber oder den Träger. Zum anderen ist es wichtig, das Erlebte zu reflektieren und einen Transfer zu gewährleisten. So kann sich die Begegnung langfristig auf die Teilnehmenden auswirken und ggf. ein Nachfolgeprojekt anregen.

Reflexionen sollten bereits im Verlauf der Begegnung stattfinden, um mögliche Fragen und Probleme zu klären und Anregungen für die folgenden Tage der Begegnung mitzunehmen. Auch im Nachgang sollte eine Auswertung stattfinden: Diese sollte mit den Teilnehmenden der Begegnung und kann darüber hinaus noch einmal innerhalb des Leitungsteam durchgeführt werden. Die zentrale Fragestellung für das Leitungsteam ist, ob es seine Ziele erreicht hat.

Um die Atmosphäre insgesamt sowie Inhalte und Methoden der Begegnung zu bewerten, gibt es viele unterschiedliche Methoden , wie z.B. das „Stimmungsbarometer“ und „Koffer, Mülleimer, Fragezeichen“ (eine Anleitung dieser Methoden findet ihr in der Arbeitshilfe von afj, BDKJ und Jugendhaus Düsseldorf). Je nachdem, wie sie zu eurer individuellen Begegnung und Gruppe passen, könnt ihr noch viele weitere Reflexionsmethoden ausprobieren.

Eine schriftliche und umfangreichere Form der Auswertung ist der Fragebogen, den die Teilnehmenden am Ende der Begegnung ausfüllen. Hierbei ist zu beachten, dass

  • die Auswertung der Fragebögen wiederum umfangreich ist und viel Zeit in Anspruch nimmt.
  • offene Fragen gestellt werden sollten, Fragen also, die nicht nur mit ja/nein beantwortet werden können.
  • die Fragen (in den entsprechenden Sprachen der Teilnehmenden) verständlich und klar formuliert sind und der Fragebogen insgesamt nicht zu umfangreich ist, um die Teilnehmenden nicht zu überfordern.
  • die Fragebögen am besten anonym ausgefüllt werden.
  • die Ergebnisse die Teilnehmenden sicher auch interessieren. Teilt ihnen diese daher nach eurer Auswertung mit. Das kann auch als Aufhänger dienen, um ein paar Wochen nach der Begegnung das Erlebte in Erinnerung zu rufen und den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen.

Seit kurzem gibt es die Plattform „i-EVAL“ zur Evaluation internationaler Jugendbegegnungen auf Deutsch, Polnisch, Englisch und Französisch. Sie ermöglicht die Selbst-Evaluation einer Jugendbegegnung mithilfe von Fragebögen für Teilnehmende und Mitarbeitende. Die Ergebnisse bleiben anonym und werden statistisch und grafisch ausgewertet. Die Nutzung ist kostenfrei. Ihr findet die Plattform unter www.i-eval.eu.

Daneben lohnt es sich, während der Begegnung insgesamt aufmerksam zu beobachten und in „inoffiziellen“ Gesprächssituationen die Ohren zu spitzen. So erfahrt ihr bereits nebenher, welcher Programmpunkt vielleicht langweilig ist, was als Highlight empfunden wird und wie die Kommunikation untereinander klappt.

Sinnvoll ist auch, im Anschluss das Erlebte in einer (zwei- oder mehrsprachigen) Dokumentation festzuhalten. Dies wird oft auch von Zuschussgebern verlangt, meist in Form eines Sachberichts. Entweder ihr beauftragt in eurem Team eine Person, die sich darum kümmert, oder ‑ noch besser ‑ bezieht eure Teilnehmenden in die Erstellung einer Dokumentation mit ein. Dies solltet ihr im Vorfeld der Begegnung unbedingt klären.

Es gibt viele Möglichkeiten und Formen, wie ihr eure Begegnung festhalten könnt. Hier einige Anregungen:

  • Webblog
  • gemeinsames Tagebuch
  • Fotoreportagen (auch online in den sozialen Medien wie Instagram und Facebook)
  • Plakate/Poster
  • Podcasts (lassen sich z. B. leicht erstellen bei Audacity und Voxopop)
  • Zeichnung, Bilder, Comics …
  • und, und, und … eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

Ihr tut den Teilnehmenden zusätzlich einen Gefallen, wenn ihr dazu anregt, in Kontakt zu bleiben: Teilnehmendenlisten stellen sicher, dass sich alle (bis zur eventuellen Rückbegegnung) noch einmal kontaktieren können. Geschlossene Gruppen in sozialen Netzwerken können als Foren für einen unkomplizierten Austausch dienen.